emotionaler feld bei den esel

attila nuria sara malika
oft im winter der esel-früh-stall-dienst ist eine stramme angelegenheit: sich einmummen, hin gehen, mist schieben, futterraufe füllen, ein paar streichel anheiten und weg. nach hause, ins warme. kein grosses interesse an mir von der seite der esel, „sie denken nur an futtern“. mein interesse zu den esel ist einfach so sehr praktisch, in der winterliche früh. effektiv, kurz, und ohne viel kontakt.
aber heute, es war anders.
es ist einen sonnigen morgen, ich gehe immer bei sonnenaufgang und heute es war spektakulär. nach dem reinigen und futtern, bin ich „hängen geblieben“ einfach verzaubert von der wärme und der schöne farben in der natur. ich habe mich kurz „verloren“ in meine seele. einfach da-sein.
mit meiner grösste überraschung, plötzlich meine 4 esel waren ganz nah an mir, sie haben mir die körperliche nähe gezeigt, die normalerweise beim liebevollen striegeln stattfindet.
und wenn ich mich zur sonne gedreht habe, nuria und malika haben mich sogar gefolgt, sie waren mit mir, mit meine verzauberung.
sie haben diesen meinen augenblick miterlebt
und ich habe diesen meinen augenblick mit sie tegeilt.
das war wirklich speziell.
ich habe in diesen 5 jahren eselfreundschaft diese kleinigkeiten schätzen gelernt. heute habe ich wieder deutlich erlebt, wie meine esel mich in meinen gefühlen und tiefen sein ganz präzis „lesen“ können.
die verbale komunikation bring nichts bei meine vier, aber die klare emotionale feldern werden ganz prezis wahrgenommen.
ich habe noch viel zu lernen….

ich wünsche alle einen lichtvollen, achtsamen neues jahr 2016

zikir: per DU mit dem sein

„Zikir“ auf Türkisch, „Dhikr“ auf Arabisch, „Zakor“ auf Hebräisch, all diese Wörter haben die gleiche Wurzel und heißen „sich erinnern“ oder „Erinnerung“.

Der Zikir ist für mich eine Feier.
Wir kommen zusammen, wir singen, tanzen, rezitieren Mantras aus allen Traditionen und wir begeben uns in Demut und Dankbarkeit in den lebendigen Raum der Stille. Wir begegnen uns gegenseitig, wir erkennen und begrüßen das Licht, das in unserem Herzen wohnt.

Die Stille eröffnet immer wieder Tore zum mystischen Erleben „Du und Ich, wir sind Eins“, „Liebender, Geliebte und Liebe sind Eins“, „Nichts existiert ausser Gott/Allah/das Eine“ rezitieren wir, meistens auf arabisch aber auch auf deutsch.
Die Kraft liegt in dem Mysterium, dass wir uns im Zikir gemeinsam auf den Weg begeben und trotzdem, in der Stille, sind wir alleine, per „Du“ mit dem Sein.

Als kleines Kind war ich ein spirituell, mystisches Wesen. Meine Neugier und meine Präsenz waren sehr offen und ich weiss noch, wie ich Nächte lang mit dem Universum geplaudert habe, immer mit dieser grossen ungelösten Frage: „Soll ich das unendliche Sein Siezen oder Duzen?“. Ich wollte höflich sein, mich respektvoll zeigen, aber mein Herz war hin und her gerissen, weil ich so eine unendliche Intimität mit dem Universum spürte. Es mag kindlich klingen, aber es war für mich eine sehr wichtige Grundhaltung, die ich damals nicht klären konnte.
Die Feier des Zikirs hat diese Frage - endlich nach einigen Jahrzehnten - beantwortet.

Im Herzen des Seins, existiert keine Frage ohne Antwort.
Vielleicht ist es die Antwort selbst, die uns ruft sie zu fragen?

Zikirs werden auf der ganzen Welt zelebriert, meistens im Verbindung zum Islam, aber diese Feier ist viel viel älter und ihr Wesen besteht aus der Gemeinschaft aller Herzen, egal aus welcher Tradition die Anwesenden stammen. Es ist ein Ort der Verbindung und der Versöhnung.

Traditionell, am Ende des Zikirs bleiben die Menschen noch etwas zusammen, es wird Süssigkeiten und Tee verteilt, Geschichten erzählt, Fragen gestellt und es wird auch über Menschen, die Hilfe brauchen gesprochen, Spenden gesammelt.

Jeder Zikir ist ein einmaliger, kostbarer Juwel, der unsere Herzen tröstet, reinigt, belebt, Sanftmut und Zuversicht schenkt, uns an der Geschenk der Dankbarkeit erinnert.

Wir singen, tanzen, verbinden uns in der Intimität unseres Herzens: die Stille ist dann der Zutritt in diesen ungesprochenen und unaussprechlichen Dialog mit dem Sein.